HZP-Kurs 2015

HZP-Kurs 2015Der HZP-Kurs 2015 wurde jetzt erfolgreich beendet. Nach der Veröffentlichung des ersten Zwischenberichtes hier nun der vollständige Bericht:

Die Kreisjägerschaft NMS startete am 12. Mai den HZP Kurs 2015 mit der neu gewählten Hundeobfrau Stefanie Blawe, kurz Steffi genannt, in Schönmoor auf dem Grundstück von Dr. Monika Schroedter. Steffi ist Canis Absolventin und als qualifizierte Verhaltensberaterin sowie Hundetrainerin, zertifiziert durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein mit Erlaubnis nach dem Paragraph 11 Tierschutzgesetz tätig.

Als passionierte Jägerin und Jaghundeführerin versteht sie es, den Hundeführern das nötige Fachwissen in der Jagdhundeausbildung praktisch zu vermitteln.

Um einen nach dem Jagdgesetz „brauchbaren“ Hund zu führen, muss der Hund seine jagdliche Eignung in Form einer oder mehrer Prüfungen nachweisen. Bei den Vorstehhunden beginnt im Frühjahr die erste Stufe dazu mit der Jugendsuche, auch VJP genannt. Die Vorbereitungen dazu fangen bereits im Welpenalter an. Hier werden die reinen Anlagen der jungen Hunde wie: die Spurarbeit, der Nasengebrauch, das Vorstehen, die Führigkeit sowie die Schussfestigkeit geprüft.

Nach bestandener VJP geht’s mit den Vorbereitungen zur HZP weiter.

Insgesamt sind 17 Abende für die Vorbereitungen zur Herbstzuchtprüfung bzw. Brauchbarkeitsprüfung geplant. Beim ersten Übungsabend trafen sich fast alle Teilnehmer der vorausgegangenen Welpen. –u. Apportierkurse wieder. Einige neue Hundeführer sind mit ihren jungen Jagdhunden hinzugekommen. Insgesamt ist die Teilnehmerzahl auf 15 gestiegen. Eine große Gemeinschaft also. Es sind fast alle erdenklichen Jagdhunderassen wie KlM, DW, WL, WK, UK, Gr, DJT, DL, DK, PRT, LR, Bracco vertreten. Alle mit dem gleichen Ziel, um für die HZP oder BP fit zu werden. Die ersten Abende fanden auf dem Tannenhof in Schönmoor statt. Apportieren von Wild, Gehorsam und die ersten Wasserarbeiten wurden hier immer wieder unter fachkundiger Anweisung geübt und gefestigt. Mit etwas „Nachdruck“ konnte dann auch der letzte Hund zur Wasserarbeit „überzeugt“ werden.

Am 9.6. kam dann die „Stunde der Wahrheit“. Die erste Lernerfolgskontrolle fand in Form einer kleinen Zwischenprüfung statt. Apportieren aus der Entfernung mit unterschiedlichen Apporteln, Pirschen und Ablegen, Halt und Heranrufen mit Triller, sowie das Aufnehmen unterschiedlicher Apportel wurde gefordert und mit Punkten belegt. Erfreulicherweise haben alle Hunde die nötige Punktezahl zum „Bestehen und Weitermachen“ erreicht. 4 Hunde haben sogar die maximale Punktezahl geschafft. Ein gutes Ergebnis, aber noch lange kein Grund zum Ausruhen.

Von jetzt an geht’s ab in die unterschiedlichen Reviere mit Wald, Feld und Wasser um Schleppenarbeit mit Ente und Kaninchen zu trainieren. Hier wird nicht nur der Hund gefordert, auch die Schleppenzieher kommen bei sommerlichen Temperaturen manchmal an die Grenzen.

Quersuche mit der Flinte wobei der Hund im Bezug zum Führer ein Feld absuchen muss, steht ebenfalls auf dem Stundenplan. Zwischendurch wird die Wartezeit für Gehorsam und Standruhe genutzt. In der Tat, immer noch eines der leidigsten Themen.

Ein wichtiges Fach für den späteren, jagdlichen Einsatz des Hundes ist die Arbeit mit der Flinte. Schussfestigkeit und Ruhe beim Schuss wird in Treibjagdähnlicher Simulation durchgespielt. Übrigens keine leichte Aufgabe für die jungen Hunde, hier Ruhe zu bewahren. Die Versuchung aufzustehen um zu schauen, was da wohl vom „Himmel gefallen“ sei, ist doch bei einigen Hunden größer als der Gehorsam. Hier heißt es weiter üben. Aber bis zur Prüfung ist ja noch etwas Zeit.

Der perfekte Abschluss am Ende eines jeden Hundeabends ist das gemeinschaftliche Abendessen am Feld, mit abschließender Besprechung der geleisteten Arbeit.

Insgesamt 9 verschiedene Reviere stehen für die anstehenden Arbeiten zur Verfügung. Das ist sicher nicht als selbstverständlich anzusehen, dass Revierinhaber ihre Felder und Teiche für die Hundearbeit zur Verfügung stellen. Danke an dieser Stelle dafür. Der ständige Wechsel stellt die Hunde immer wieder vor neue, jagdliche Situationen die bewältigt werden müssen. Keiner weiß schließlich, wie das Gewässer oder das Feld bei der Prüfung letztendlich beschaffen sein wird. Gerade am Wasser finden wir ständig neue Herausforderungen vor, hier zum Teil mit viel und vor allem dichtem Schilfbewuchs bewältigt werden müssen. Jagdnah eben. Freie Wasserflächen, die mit dem Kommando „rüber, rüber, rüber“ überwunden werden mussten um an die geforderte Ente zu kommen, wurden immer wieder geübt. Wenn’s nicht klappt, musste der Führer eben mit in’s Wasser. Sicher kein Spaß, mit nackten Beinen durchs Schilf zu streifen, aber unerlässlich, wenn die Arbeit erfolgreich beendet werden soll. Keine leichte Aufgabe, aber zwingend notwendig wie wir noch erfahren werden.

Die Schussfestigkeit am Feld mussten die jungen Hunde ja bereits bei der VJP unter Beweis stellen. Jetzt dürfen sich die Hunde beim Wasserapport durch auf das Wasser abgegebene Schrotschüsse ebenfalls nicht mehr aus der Ruhe bringen lassen. Auch das gehört von jetzt an bei jeder Wasserarbeit zur Routineübung.

Die Strecken für die Wild-Schleppen werden jetzt auf Prüfungsniveau angehoben. 200-300m für Haar. –u. Federwild, plus 2 Haken sind zwar von der Leistung her keine so große Herausforderung, können aber doch hin und wieder für einige Überraschungen sorgen. Von verweigerten Arbeiten mal abgesehen und gewissen Eigendynamiken einiger Hunde, gibt’s auch Exemplare, die sich ihren Anteil am Wild schon mal selbst genehmigen, oder für schlechte Zeiten vergraben wollten. Klar, dass damit keiner durchkommt. Dank professioneller Ausbildung und Anleitung konnten solche Verhaltensweisen, die bei der Prüfung natürlich das sofortige Aus bedeuten würden, schnell und nachhaltig abgestellt werden. Deshalb wurden Schleppen weiterhin bei jeder Gelegenheit zum x-ten male geübt, geprüft und ggfs. korrigiert.

Die Anlagefächer werden bei der bevorstehenden Prüfung bekanntlich erneut abgefordert und sollten demnach auch immer wieder überprüft werden. Quersuche und Vorstehen ist zwischendurch immer wieder angesagt. Eine professionelle Vorsteharbeit konnten die Hunde an den extra dafür beschafften Rebhühnern beweisen. In einem Kohlfeld wurden die Hühner ausgesetzt und anschließend von den Hunden gearbeitet. Hierbei konnten die Vorstehhunde ihrem Namen eindrucksvoll gerecht werden. Bei den meisten Hunden klappte es auf Anhieb. Ein Klasse Abend und eine tolle Erfahrung für Hund und Führer.

Das nächste große Ziel war die Generalprobe zur anstehenden Prüfung am 9.8.15 in Damsdorf. Alle HZP und Brauchbarkeitsfächer mit Ausnahme der lebenden Ente sowie das zeitaufwendige Vorstehen, wurden in diesem tollen Revier unter Prüfungsbedingungen durchgespielt. Bei bestem Sommerwetter ging’s in 2 Gruppen bereits am frühen Morgen an die Arbeit. Jede Leistung wurde akribisch durch die beiden Richter - Steffi und Monika ausgewertet und festgehalten. Beim abschließenden, gemütlichen Essen im Feld wurde die Prüfung im Detail besprochen und die Punkte mitgeteilt. Schnell wurde hier jedem klar, das keiner perfekt ist und es überall, wenn auch meist nur noch kleinere, aber doch verbesserungswürdige Details zum Nachbessern gibt. Auf der Prüfung gibt’s nichts geschenkt und Punkte sind schnell verschenkt.

Jeder kennt nun seine Stärken und Schwächen und kann dem entsprechend die verbleibenden 4 Wochen bis zu Prüfung nutzen und gezielt mit seinem Hund die Fächer nacharbeiten oder weiter vertiefen.

Um den gesetzlichen Jagdzeiten Schleswig Holsteins gerecht zu werden, konnte die Arbeit mit der lebenden Ente erst im September kurz vor den ersten Prüfungen begonnen werden. Im deckungsreichen Schilfgewässer hatten die Hunde hier Gelegenheit, die lebende Ente zu stöbern. Die jungen Jagdhunde kamen in Verbindung mit dem Wild so richtig in „Fahrt“ und gaben wirklich alles. Leider kam nicht jeder Hund an die Ente. Die Deckung war so dicht, dass einige Enten eine faire Chance zur Flucht hatten und diese auch nutzten. Aber wer ausdauernd stöbert und bereitwillig das Schilf durchsucht besteht die Prüfung ebenfalls.

Das war nun auch der letzte offizielle Übungsabend des HZP Kurses.

Abschließende Worte und gute Tipps rundeten den Abend bei einem gemeinsamen Abendessen ab.

Und jetzt geht’s auf zur Prüfung.

Am 12.09.15 gingen die ersten beiden Prüflinge, 2 Kleine Münsterländer aus Neumünster an den Start ins Prüfungsrevier in Hamburg - Ochsenwerder. Die HZP und Brauchbarkeit haben beide mit sehr gut bestanden. In den folgenden Wochen folgten noch 9 weitere Kursteilnehmer. Am 24.10.15 hatte dann auch der letzte Hund - ein Weimaraner Rüde, seine Prüfung bestanden und ist mit hervorragenden 186 Punkten sogar noch Suchensieger geworden. Somit haben alle zur Prüfung gemeldeten Hunde ihr Ziel erreicht und die Herbstzuchtprüfungen sowie die Brauchbarkeitsprüfungen – BP1 für die Niederwildjagd in Schleswig- Holstein bestanden. Ein tolles Ergebnis, dass vor allem auf die hervorragenden Vorbereitungen durch den Kurs zurückzuführen ist.

Klar, dass so etwas auch gebührend gefeiert werden sollte. Der Ort dazu wurde schnell gefunden. Was wäre wohl besser geeignet als in den gemütlichen Räumlichkeiten auf dem Tannenhof in Schönmoor? Hier waren sich alle Beteiligten schnell einig. Bei einem leckeren Buffet und einer Klasse Stimmung verging der Abend wie im Flug. Jeder konnte seine Prüfungserlebnisse hier noch mal ausgiebig vortragen. Dazu liefen auch die vielen, im Kurs erstellten Fotos per Beamer als Diashow noch mal im Großformat an der Wand. Nebenbei wurden auch schon die „Weichen“ für die weitere, jagdliche Hundeausbildung gestellt. Die neuen Kurstermine für die Bringtreueprüfung sowie der VGP im kommenden Jahr stehen bereits und die Teilnehmerliste war schnell gefüllt. Wie heißt es immer so schön: Nach der Prüfung ist vor der Prüfung. Bleibt abzuwarten wie es weiter geht. Aber jetzt wird erstmal gejagt und die Vierläufer können ihre Leistung in den bevorstehenden Enten– u. Treibjagden unter Beweis stellen.

Stefan Eggers

Stellv. Obmann für Öffentlichkeitsarbeit KJS Neumünster

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