Hege trägt Früchte

Hege trägt FrüchteEin besonderes Biotop wurde vor 10 Jahren von den Jägern der Kreisjägerschaft Neumünster im Revier Neumünster-Tungendorf angelegt. Die Früchte dieser Arbeit zeigen sich heute in voller Pracht. Die vielen verschiedenen Bäume und Sträucher prahlen mit ihren Früchten. Die Bäume hängen voller Äpfel, Birnen, Pflaumen, Schlehen, Weißdorn, Vogelbeeren und anderen Leckereien. Das Gebiet hat sich zu einem Paradies für Insekten, Vögel und das Wild entwickelt. Das Damwild und Rehwild fühlen sich hier ebenso wohl wie der Fasan. Damit es so bleibt, herrscht hier weitgehende Jagdruhe. „Das Wild braucht auch einen Platz, an dem es sich zurück ziehen kann und Ruhe hat“, so der Jagdpächter Hans-Jürgen Pöhls. Nur die Menschen, die mit ihren Hunden hier spazieren gehen, stören gelegentlich die Ruhe des Wildes. Störend für Mensch und Tier sind auch die Reste des damals als Verbissschutz errichteten Maschendrahtzaunes, der nun über Jahre vor sich hin rottet.

Die Neumünsteraner Jäger nutzten 2005 das Angebot der Stadt, auf einer Brachfläche in Tungendorf heimische Gehölze zu pflanzen. Vorbereitet und gepflegt wurde die ca. 7.500 qm große Fläche vom Landwirt und Jagdpächter Hans-Jürgen Pöhls. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Neumünster pflanzten unter Leitung des damaligen stellv. Obmanns für Naturschutz und Begrünung Uwe Börnecke zahlreiche fleißige Helfer fast 3000 Pflanzen. Neben 190 größeren Bäumen wie Kastanie, Eberesche, Rotbuche, Traubeneiche und Winterlinde wurden 50 Obstbäume und hunderte Wildobstbäume und Nährgehölze gepflanzt. Geschützt durch einen Maschendrahtzaun entwickelten sich die kleinen Pflanzen in den letzten Jahren zu stattlichen Bäumen und Sträuchern. Zahlreiche Plätz- und Fegestellen zeigen an, dass sich das Wild gern hier einstellt.

Zur Hege des Niederwildes gehört im Revier Tungendorf auch die Anlage von Entenbruthäusern, so auch an der Dosenbek. In diesem Jahr wurde dort in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde ein kleiner Teich ausgehoben und mit selbst gebauten Entenbruthäusern versehen. Die Enten haben den Teich bereits gern angenommen, die erste Brut ist wohl im nächsten Jahr zu erwarten.

Nicht nur das Wild, auch der Jägernachwuchs wird in Tungendorf gehegt. Seit 2014 üben drei Jäger nach bestandener Prüfung als Jungjäger unter der Anleitung von Hans-Jürgen Pöhls zu seiner großen Freude mit viel Passion das Weidwerk aus und unterstützen bei vielfältigen Revierarbeiten die älteren Jäger um den Pächter Hans-Jürgen Pöhls.

Zusammenfassend bleibt festzustellen: Im Jagdrevier Tungendorf trägt die Hege auf verschiedenen Ebenen Früchte.

Ingbert Tornquist

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